Fluthilfe für eine Grundschule in Rheinland-Pfalz

In der Mosaik Grundschule & Kita fand zum zweiten Mal ein Spendenlauf statt. Ging es beim ersten Spendenlauf noch darum, den Bau von Trinkwasserbrunnen in Afrika zu finanzieren, widmete sich die Bildungseinrichtung nun der Fluthilfe für eine überschwemmte Grundschule in Westdeutschland.

6.510 Euro kamen zusammen, als SchülerInnen der Mosaik Grundschule & Kita für einen wohltätigen Zweck am zweiten Spendenlauf der Einrichtung teilnahmen. Die Schülerschaft gab alles, um möglichst viele Runden zu laufen und um Eltern, Freunde sowie Verwandte für Spenden zu gewinnen. Daneben war ein Kuchenbasar ebenfalls Teil der Benefizveranstaltung. Die Familien bereiteten viel verschiedenes Gebäck und Kuchen zu, die dann vor Ort verkauft wurden. Die durch den Spendenlauf sowie dem Kuchenbasar generierten Einnahmen kamen der von den Überschwemmungen stark betroffenen Grundschule zugute. Dabei stachen zwei Schüler besonders hervor. So stellte ein Schüler der sechsten Klasse mit 38 Laufrunden den Rekord als meistgelaufener Teilnehmer auf. Ein Schüler der ersten Klasse wiederum stellte Dank seiner Sponsorenunterstützung einen Spendenrekord auf. Er allein sammelte 710 Euro.

Nach erfolgreichem Abschluss des Spendenlaufs überwies die Mosaik Grundschule & Kita den Spendenbetrag an die Grundschule in Rheinland-Pfalz. Aus Berlin machten sich anschließend zwei Lehrkräfte, der Schulpsychologe und der Schulleiter auf den Weg zur betroffenen Grundschule. Sie befindet sich in Bad Neuenahr, einer Stadt im von den Überflutungen betroffenen Rheinland-Pfalz. Dort übergaben sie den Scheck an die Schulleiterin. Sie war hocherfreut, wie viel Geld die 113 Kinder der Mosaik Grundschule & Kita mit ihren Eltern an einem einzigen Aktionstag sammeln konnten. Ein Schüler der zweiten Klasse zeigte sich unmittelbar nach Abschluss des zweiten Spendenlaufs motiviert, bei der nächsten Spendenaktion noch mehr Runden zu laufen.

Hintergrund

Die Grundschule in Rheinland-Pfalz wurde bei der Naturkatstrophe im Juli 2021 stark überschwemmt und durch die Wassermassen beschädigt. Um den Unterrichtsbetrieb aufrechterhalten zu können, muss die Bildungseinrichtung auch Monate danach noch auf Übergangslösungen zurückgreifen. Der Keller, Teile des Erdgeschosses und die neue Turnhalle sind heute noch eine Baustelle. Im Erdgeschoss stand das Wasser mannshoch. Zudem war die Kraft der Wassermassen so stark, dass auf der Straße parkende Autos gegen die Fassade des Schulgebäudes gedrückt wurden. Da schon vor der Überflutung die räumlichen Kapazitäten nicht ausreichten, nutzte die Grundschule zusätzlich einen Unterrichtscontainer. Er stand ursprünglich im Schulhof, wurde jedoch wie ein Boot weggeschwemmt. Durch viel Anstrengung und Hilfe der örtlichen Bevölkerung sowie des Personals konnte ein Teil der Schule nach den Sommerferien wieder für die Benutzung freigegeben werden. Allerdings ersetzen seitdem zwei Außenzelte fehlende Klassenräume. Deswegen startete der Förderverein der Grundschule einen Aufruf, Geld zu sammeln, um damit den vollständigen Wiederaufbau des Gebäudes zu ermöglichen.

Infolge ungewöhnlich intensiver Regenfälle kam es in Teilen von Deutschland, Belgien, Luxemburg, den Niederlanden und Frankreich zu starken Überflutungen. In Deutschland waren insbesondere die Bundesländer Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz betroffen. In beiden Regionen starben über 180 Menschen, mehr als 700 wurden verletzt. Allein in Deutschland belaufen sich die gesamtwirtschaftlichen Schäden auf mehrere Milliarden Euro.